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27.01.2012, 07:48 Uhr | Uwe Drewes
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Die Turbine - ein Fass ohne Boden? Ein Artikel der Lausitzer Rundschau vom 19.01.2012 zur Wiedergeburt der Gaststätte „Turbine“ (zuletzt im Volksmund auch Assi-Platte genannt) sollte nicht ohne Fragen bleiben.
Die Veröffentlichung des Leserbriefes von Uwe Drewes wurde von der Redaktion der Lausitzer Rundschau leider gekürzt, deshalb hier die Originalfassung. Der gekürzte Teil ist fett und kursiv dargestellt.
Lübbenau - Die Turbine nach 20 Jahren wiederzubeleben hieße, einen bereits aufgegebenen Patienten an die Herz-Lungenmaschine anzuschließen. Die Bunte Bühne wird schon jetzt bis 2014 mit jährlich 200.000 Euro „beatmet“. Selbst wenn diese Unterstützung wegfällt, bleiben immer noch die Betriebs-und Erhaltungskosten für das Gebäude. Sollte man sich tatsächlich für die Sanierung der Turbine entscheiden, werden auch hier die Folgekosten durch die Stadt zu tragen sein. Die Idee einen Beschluss des Zentralkomitees der SED von 1951 zum NAW-Einsatz heute umzusetzen, ist schon kurios. Die Sanierungsarbeiten sollen nichts kosten, deshalb bezieht man an die Bundesagentur für Arbeit in die Überlegungen mit ein und holt sich die Arbeitskräfte von dort – ist ja nicht unser Geld, also kostenlos. Bei anderen Gelegenheiten verweist man gern darauf, dass Steuergelder verwendet werden.
Wäre es nicht sinnvoller, sich für die Ausstellung der Energie- und Neustadtgeschichte eine vorhandene intakte Räumlichkeit zu suchen? Die WIS als Mitglied und Beitragszahler der LübbbenauBrücke hat sicherlich Möglichkeiten oder man sucht das Gespräch mit der Vattenfall AG, welcher Gedanke läge da näher. Ich bin mir sicher, dass eine wesentlich kostengünstigere Dauerlösung gefunden werden kann. Selbst wenn sich das Land Brandenburg mit einer Förderung an der Ausstellung beteiligen würde, bleiben der Stadt noch die Sanierungs- und Erhaltungskosten des Gebäudes, denn die Einnahmen dürften zu vernachlässigen sein. Die Einwohner unserer Stadt schauen sich die Ausstellung bestimmt gern ein oder zwei Mal an und dann? Müssen die Tagestouristen erst durch die Ausstellung bevor sie auf den Kahn dürfen?
Lübbenau feiert 2015 700 Jahre Stadtgeschichte, also 670 Jahre mehr, als die geplante Ausstellung uns zeigen will. Diesen Abschnitt unserer jüngsten Geschichte in einem extra Gebäude zu präsentieren, wäre Luxus. Wollen und können wir uns diesen leisten? Auch zusätzliche Angebote werden die Kosten nicht decken können. Was sagen die Befürworter dieses Projektes den gemeinnützigen Vereinen, Selbsthilfegruppen, Musikfreunden und den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt und in den Ortsteilen, wenn das Geld für deren Unterstützung nicht mehr reicht? Bei einer notwendigen Einsparung stehen die freiwilligen Aufgaben der Stadt ganz oben auf der Streichliste.
Man sollte über die Präsentation der Ausstellung und deren Finanzierung im zuständigen Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung befinden und die Diskussion in der Öffentlichkeit führen. Im Übrigen wäre der Eröffnungstermin zur 700 Jahrfeier die bessere Wahl, denn zum Brandenburg-Tag gäbe es inhaltlich keinen Bezug.
Man sollte die Kirche im Dorf lassen und eine realistische Sicht auf dieses Projekt haben.
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